Studierende der Universität Ostrava in Ludwigsburg

Ende November, haben Studenten der Germanistik aus Ostrava an einer Studentenreise nach Ludwigsburg teilgenommen. Diese Reise war organisiert in Rahmen eines Projektes zur Donauraumstrategie der EU, an dem der Lehrstuhl für Germanistik und die Studentenzeitung ODRAZ beteiligt sind. In diesem Projekt geht es vor allem um Multikulturalität in Donauraum. Hier wollen wir die interessantesten Erlebnisse gern vorstellen.

Das ganze Programm wurde von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburgs vorbereitet. Es begann schon am ersten Abend mit einer Einladung in ein schwäbisches Brauhaus. Wir konnten hier typische schwäbische Gerichte (Spätzle, Maultaschen, Fleischkäse, Bratwürste) ausprobieren, und alle waren sich einig, dass sie sehr lecker waren. Dazu gab es schwäbisches Bier.

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Schloss Ludwigsburg

Am nächsten Tag, haben wir das Schloss in Ludwigsburg, das größte Barockschloss Deutschlands, besucht. Danach war für uns eine Stadtführung vorbereitet, die auf dem Stadtplatz endete. Dabei sahen wir z.B. die Wirkungsstätten des Dichters Eduard Mörike und des Philosophen David Friedrich Strauß. Auf dem Stadtplatz wurde gerade der Weihnachtsmarkt eröffnet, und wir haben uns entschieden, die Spezialitäten wie Brat- und Rotwürste und verschiedene Sorten Glühwein auszuprobieren. Die Auswahl an Glühweine war wirklich groß, und wir haben ein Paar Ratschläge, wie solche Getränke auch selber zuhause zubereitet werden können.

Heiße Hugo
0,2l Heißer Weißwein
0,02l Holundersirup
Minze

Kirschglühwein
0,2l Heißer Rotwein
0,02l Kirschwasser
Schlagsahne, obendrauf

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Prost!

Am Ende des Tages haben wir ein Basketballspiel besucht. Die RIESEN Ludwigsburg spielten im Eurocup gegen Herbalife Gran Canaria. Die Stimmung und die Atmosphäre waren sehr gut, vor allem nach dem Spiel, als Ludwigsburg gewonnen hatte und alle feierten.

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GO, Ludwigsburg, GO!

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Stuttgart

Den ganzen Mittwoch habe wir in Stuttgart verbracht. Dort haben wir das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und die Stadtbibliothek besucht. Im Haus der Geschichte konnten wir viel über die Geschichte Württembergs und Badens im europäischen Kontext lernen, die engen Verbindungen zu Frankreich, die Geschichte Deutschlands als Aus- und Einwanderungsland und die technischen Erfindungen aus der Region. Danach hatten wir die Möglichkeit zum Einkauf von Weihnachtsgeschenken in einem der größten Einkaufszentren Europas. Unsere Erkenntnisse und Eindrücke vom Ausflug nach Stuttgart konnten wir in einem angenehmen Restaurant beim Abendessen austauschen.

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Stadtbibliothek Stuttgart
Der Blick aus dem achten Stock war unglaublich!

Am Donnerstag blieben wir in Ludwigsburg. Am Vormittag waren wir in einer Grundschule, wo wir eine Führung hatten. Hier haben wir auch am meisten die Multikulturalität gefühlt. Die Schule besuchen viele ausländische Kinder, vor allem aus muslimischen Familien. Die Schule passt sich den Kindern an, was wir auch in der Schulkantine beobachten konnten, denn dort wird kein Schweinefleisch zubereitet. Dann wurden wir in Gruppen verteilt und haben am Unterricht teilgenommen. Unsere Gruppe war in einer Klasse, in der sich nur Kinder aus dem Ausland befanden, und es war sehr interessant, wie den Kindern die deutsche Sprache beigebracht wird. Von der Grundschule sind wir zur Hochschule gezogen. Diese hat uns angenehm überrascht, vor allem wegen der Ausstattung und der Möglichkeiten, die den Studenten zur Verfügung stehen. Gern würden wir die wesentlichsten Unterschiede zu Ostrava andeuten. Der Campus im allgemeinen war riesig, im Sommer oder bei angenehmen Wetter finden hier viele kulturelle und sportliche Veranstaltungen statt. Auf dem Campus steht Studenten und Lehrenden ein Schwimmbad zur Verfügung. Zu den Vorlesungen kann man auch mit Tieren kommen, das Essen in Mensa war sehr lecker und die Auswahl von Gerichten war viel größer als bei uns.

Im Erdgeschoss der Universität befand sich eine Küche, die sehr schön eingerichtet war. Hier haben wir unser Abendessen zusammen mit den Studenten aus Ludwigsburg gekocht. Dieser Abend war für uns der letzte in Ludwigsburg, also haben wir uns nach dem Essen von allen verabschieden und damit war unsere Reise abgeschlossen. Am nächsten Morgen sind wir zurück nach Tschechien gefahren.

Wir können sagen, dass es für uns ein unvergessliches Erlebnis war. Wir haben neue Leute kennengelernt, neue Erfahrungen gewonnen und unser Deutsch verbessert. Wir fanden diese Reise sehr sinnvoll und würden sehr gern, wenn sich die Gelegenheit bietet, wieder an einem solchen Projekt teilnehmen.


Das Projekt „Interkulturalität und Mehrsprachigkeit in den Schulen im Donauraum“ wird von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg organisiert und von der Baden-Württemberg-Stiftung im Rahmen des Programms „Perspektive Donau: Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft“ finanziert.


Erika Schullová, Natálie Sikorová